Landesverband der Philatelisten in Sachsen-Anhalt e.V. im BDPh. e.V.

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die Zerstörungen der Städte durch Luftangriffe vor 65 Jahre



In Gedenken in diesem Frühjahr kann und muss man an die Zerstörungen der Städte durch Luftangriffe vor 65 Jahre gedenken. Bewusst haben nicht mehr viele Menschen diese Terrorangriffe in ihrer Erinnerung.
Es waren Städte betroffen, die Militäranlagen in ihrer Nähe hatten, oder sie waren Knotenpunkte der Eisenbahnlinien, aber es wurden auch die Innenstädte zerstört, mit unschuldigen Kindern und Frauen, unwiederbringliche Bausubstanz ging durch die Luftangriffe verloren. Man muss sich fragen warum ?
Der Beitrag soll nur an die Mitteldeutschen Städte erinnern.

Magdeburg 16.Januar 1945, die Altstadt wurde zu 90 % zerstört,
Dresden 13. Februar 1945, ein Elbflorenz gab es nicht mehr,
Dessau 7. März 1945, vom ges. Stadtgebiet 80% zerstört,
Halberstadt 8. April 1945, die Fachwerkstadt zu 82 % ein Opfer der Flammen und
Zerbst 16. April 1945, wo anders war der Krieg schon zu Ende, da wurde die Stadt noch zerstört.

Wenn die Nachkriegsgeneration Berichte im Funk oder Fernsehen verfolgt, kann man es nur mit Andacht zur Kenntnis nehmen, die Angst, Verzweiflung, Not und Zukunft Ängste der Menschen.

Mit einem postalischem Beispiel aus Magdeburg soll an diese Zeit erinnert werden.

1945StendalHirschfeld
Geschrieben wurde die Karte am 17. Januar 1945 im Landbereich des PA Magdeburg (Post-
Stellenstempel (19) Groß Santersleben über Magdeburg 1, entwertet wurde der Wertstempel am 20. Januar 1945 beim PA Stendal 2-e- um 18.00 Uhr.

Zu Ende des 2.Weltkrieges begannen am Dienstag ,dem 16.Januar 1945, um 21.28 Uhr mehrere Wellen schwerer Kampfflugzeuge mit einem direkten Luftangriff auf Magdeburg. Bis 22.07 Uhr fielen Brand- Spreng- und Flüssigkeitsbomben und Luftminen überwiegend in das Magdeburger Stadtzentrum - die Altstadt.
In wenigen Minuten ging alles in Schutt und Asche auf, rund 16 000 Menschen starben in diesem Bombenhagel.
Das Magdeburger Post- und Fernmeldewesen erlitt am 16. Januar 1945 bedeutende ernsthafte Beschädigungen. Das Bahnpostamt 7 verlor durch den Angriff sämtliche Verwaltungsräume mit den gesamten Unterlagen in der ehemaligen Domkaserne am Domplatz.
Folgende Räume des Bahnpostamtes 7 stellten durch Vernichtung Ihren Betrieb ein:
• Briefsammel- und Leitstelle im Kaufhaus Klavehn am Breiten Weg,
• Feldpostpäckchenstelle in der Gaststätte „Hofjäger“,
• Päckchenleitstelle auf dem Bahnhofsvorplatz am Südgiebel des Empfangsgebäude,
• Paketumschlagstelle oberhalb der Maybachstrasse,
• Briefbeutel- und Wertumschlagstelle im Postgebäude Bahnsteig 3 und 4,
• angemieteter Paketlagerraum auf der Westseite des Hauptbahnhofes,
• Postverladestelle (mit Überdachung) an der Nordseite des Hauptbahnhofes und
• Bahnpostwagenstelle am Bahnsteig 0.
• die Pakethilfsumschlagstelle Halle „Stadt und Land“ ging verloren.

Das waren nur die größten Schäden, überall Trümmer und Schutt, Papierverluste an allen Ecken, Arbeitsmittel, wie Poststempel, waren nicht mehr vorhanden.
Den Paket- und Beutelumschlag verlegte das Bahnpostamt 7 nach der Zerstörung des Hauptbahnhofes, zunächst in die Vor- und Nachbarorte Magdeburgs.
Die Postämter Dessau, Köthen(Anhalt), Halberstadt, Oebisfelde und Stendal übernahmen, soweit es möglich war, den Paketumschlag von Magdeburg. Später wurde die Briefabfertigung in behelfsmäßig hergerichtete Räume des Postscheckamtes wieder aufgenommen.
So erklärt sich der Weg der Ganzsache (in Stendal abgestempelt) und es ist ein kleines Wunder, dass sie sich erhalten hat, den große Teile des Breiten Weges in Magdeburg gab es nicht mehr.
In anderen Städten waren die Schäden ähnlich, am 8. Mai, dem Tag der Kapitulation, boten die Städte in Mitteldeutschland ein trostloses Bild der Zerstörung.

Klaus Hirschfeld

Quellen
125 Jahre Bahnpostamt 7 in „Impuls“ Fortsetzungsserie 1974
www wikepedia „Luftangriffe“

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