Landesverband der Philatelisten in Sachsen-Anhalt e.V. im BDPh. e.V.

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50 Jahre Rappbodetalsperre im Harz

von Klaus Hirschfeld, Haldensleben

50 Jahre Rappbodetalsperre im Harz
von Klaus Hirschfeld Haldensleben

Die Schul- oder Betriebfahrten führte vor Jahrzehnten oft in den Harz, die Ziele waren die Städte Wernigerode, Thale oder Quedlinburg oder die Höhlen in Rübeland oder auf den Brocken. Ausflugsziele gab es viele, und vor 50 Jahren ist ein weiteres Ziel dazu gekommen, die Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung anzog, die Fertigstellung der Rappbode Talsperre.

Probleme mit dem Hochwasser gab es schon immer, besonders im niederschlagreichen Harz, die Trinkwasserversorgung stand an zweiter Stelle.
Die erste Trinkwasser – Talsperre wurde 1891 in Remscheid in Nordrhein-Westfalen übergeben und für die Bevölkerung genutzt.
Die Planungen im Harz gehen bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück, geplant waren mehrere Staumauern in den Bodezuflüssen. Ein Projekt wurde 1938 fertiggestellt und es kam auch zu einem Baubeginn, die Einstellung erfolgte aus Kriegsgründen 1942.
Aus dieser Zeit kann die Talsperre auch philatelistisch dargestellt werden, in zwei Lagern befanden sich Poststellen für den Baustellenbetrieb und Arbeiter, die zum größten Teil aus Arbeitsdienstkräften und Zwangsarbeitern bestanden.

Rappbodetalsperre

In der DDR wurde das Projekt wieder aufgenommen. Die ursprünglichen Planungen würde bis auf ein paar Kleinigkeiten übernommen und um die Trink-wassergewinnung erweitert.
Die Grundsteinlegung fand am Tag des Friedens (1. September)1952 statt.
Die Grossbaustelle des Sozialismus wurde innerhalb von sieben Jahren unter unsäglichen Mühen und Materialschwierigkeiten aus dem Boden gestampft.

Die feierliche Übergabe erfolgte zum 10 Jahrestag der Republikgründung, am 3.Oktober 1959, wo die Talsperre ihrer Bestimmung mit großem Tamtam übergeben wurde.

Die Deutsche Post der DDR war mit einem Sonderstempel zur „Einweihung....“,dabei.

Rappbodetalsperre

Rappbodetalsperre

Zum Abschlag des SST wurden Ansichtskarten aus dem VEB „Bild und Heimat Reichenbach i.V.“ verwendet. Die Karten zeigen die Rappbode – Talsperre – kurz vor ihrer Vollendung. Briefumschläge oder andere postalische Belege mit dem Sonderstempel habe ich noch nicht gesehen.
(Der Bochmann – Katalog = Katalog der deutschen Gelegenheitsstempel listet ihn als Bodetal Nr.1) Es gilt aber als sicher, das das Sonderpostamt Blankenburg an der Talsperrenmauer den SST in einem nur am 3.10.1959 geführt hat.

Der Status des folgenden Stempel bezüglich der Einsatzzeit ist nicht eindeutig geklärt.
Das „Verzeichnis der Orte, Ortsteile und Wohnplätze in der Deutschen Demokratischen Republik und deren postalischen Bezeichnung“ herausgegeben vom Ministerium für Post –und Fernmeldewesen der Deutschen Demokratischen Republik Berlin W 66 Teil 2 Buchstabe M- Z Ausgabe 1961, listet auf Seite 136 auf,
Rappbodetalsperre Post Altenbrack- Wendefurt/über Blankenburg (Harz), unterstellt dem 1130 PA Blankenburg. (1130 war die vorläufige und später verworfene Postleitzahl in der DDR für den Bereich Blankenburg.)

Etwas später wurde an der Talsperre eine Poststelle (I) eingerichtet, welche einen normalen Tagestempel führte. Das Postaufkommen war durch die Besucher enorm und wahrscheinlich auch gerechtfertigt, so das alle Postdienste angeboten wurden.

Rappbodetalsperre

Bezirksstempel wurden im Postverkehr verwendet und wurden auf Postanweisungen und Zahlkarten abgeschlagen.

Rappbodetalsperre

Die KONSUM – Genossenschaft hat einen Harzausflug gemacht und grüßt einen Kunden an der Ostsee, der musste 15 Pfennig Strafporto bezahlen, aber 15 Pfennig taten nicht weh. Der Sammler jetzt hat dafür einen schönen Beleg.

Der Tagestempel hatte aber nur ein kurze Laufzeit, es sind nur Abschläge aus 1962/1963 bekannt geworden.

Die Deutsche Post gab innerhalb ihres Jahresplanes zwei Ausgaben mit Bauwerken der Wasserwirtschaft heraus.


1986 wurde noch eine Ausgabe mit Abbildung der Rappbodetalsperre herausgegeben. Diesmal schon als Denkmal der Wasserwirtschaft und als Wert in geringer Auflage zu 70 Pfennig.
Von 2001 bis 2003 wurde die Talsperre umfassend rekonstruiert.


Quellen
Broschüre = Harri Boog >Die Stempel vom Postamt Blankenburg/Harz 1808-2002>
Artikel in der Volkstimme/Magdeburg vom 6.2.2009 „Brummende Turbine und glänzender Silberling“
Angebotskatalog „Ungezähnte Phasendrucke DDR 1968/75
www. Wikipedia.de: Stichwort Rappbodetalsperre u.a. mit Bildern vom Aufbau und der Rekonstruktion

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