Landesverband der Philatelisten in Sachsen-Anhalt e.V. im BDPh. e.V.

 Startseite  Beiträge  Veranstaltungen  Mitgliedsvereine  Impressum  Anmelden
Beiträge

1542 – Einsetzung des ersten evangelischen Bischofs in Naumburg



Wenn wir 2017 den 500. Jahrestag der Reformation begehen, denkt jeder natürlich sofort an Wittenberg. Allerdings gibt es viele Ereignisse der Reformation, die nicht in Wittenberg stattgefunden haben. Dazu gehört auch die Amtseinführung des weltweit ersten evangelischen Bischofs 1542 in Naumburg. Aus diesem Anlass wird es am 20. Januar 2017 einen passenden Sonderstempel in Naumburg geben.

20170120NAUSoSt-Affen-Nikolaus von Amsdorf

Natürlich wird sich jeder fragen, was haben die Schach spielenden Affen im Stempelbild mit der Reformation zu tun. Die Vorlage zu dem Stempelbild ist ein Kapitell im Ostchor des Naumburger Domes. Dazu gibt es eine nette Episode.
1541/42 entbrannte um die Neubesetzung des Bischofsamtes in Naumburg ein Streit. Der Zeitzer Stiftsprobst und Mainzer Domherr Julius Pflug wurde vom Domkapitel zum Bischof gewählt. Doch damit war der Kurfürst von Sachsen, Friedrich I., nicht einverstanden. Er galt als Förderer der Reformation und Freund Luthers. Daher wollte er keinen neuen katholischen Bischof in Naumburg. Pflug war auch selber davon überzeugt, dass er als katholischer Bischof das Amt übernehmen würde. In diesem Zusammenhang soll er geäußert haben, dass seine Haustiere, darunter auch Affen, eher Schach spielen werden, als dass in Naumburg ein evangelischer Bischof eingesetzt würde. Doch es kam anders, denn Friedrich I. setzte Nikolaus von Amtsdorf als Bischof ein. Die Weihe fand am 20. Januar 1542 vor dem Lettner des Domes statt und wurde von Martin Luther persönlich vorgenommen. Anwesend waren auch der Kurfürst, Philipp Melanchthon und Georg Spalatin.
Amtsdorf hatte in Naumburg als weltweit erster evangelischer Bischof nur eine schwache Position, denn er hatte das gesamte Domkapitel gegen sich. Daher bezog er auch eine Wohnung am Naumburger Marktplatz, also im Zentrum der lutherischen Stadt. Nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkhaldischen Krieg 1546/47 musste Amtsdorf sogar aus Naumburg fliehen. Nun trat Julius Pflug sein Amt als Bischof von Naumburg an. Pflug war ein hochgebildeter Gelehrter, der in den religiösen Auseinandersetzungen eine entscheidende Rolle spielte. Er nahm an den Religionsgesprächen in Regensburg und am Konzil von Trient teil. Am Ende seiner Laufbahn zog er sich ganz nach Naumburg zurück und verfolgte resignierend die Ausbreitung der Lehren Luthers.

Sonderpostfiliale: 20.01.2017, 10.00 – 17.00 Uhr, Kassenvorraum des Domes
Bezugsadresse: Karsten Münnich, Siedlungshof 11, 06618 Naumburg,
E-Mail: karsten.muennich@gmx.de

Geschrieben am ..

zurück

Veranstaltungen