Landesverband der Philatelisten in Sachsen-Anhalt e.V. im BDPh. e.V.

 Startseite  Beiträge  Veranstaltungen  Mitgliedsvereine  Impressum  Anmelden
Beiträge

Beleg des Monats Juli 2016



Beleg des Monats 2013 - Collage

Unter dieser Rubrik soll zukünftig ein Beleg des Monats vorgestellt werden. Damit können Randgebiete vorgestellt oder Einblicke in die Sammelgebiete der Mitglieder der Vereine des Landesverbandes gewährt werden. Beiteiligungen sind jederzeit möglich an: berger_benny@web.de
Die älteren Beiträge bleiben jedoch bestehen und können hinter den jüngeren Beiträgen eingesehen werden.





Beleg des Monats Juli 2016

Preußischer Postschein

von Dr. Jürgen Glietsch, Merseburg

Eine Einlieferungsbescheinigung (Postschein) erhielten die Postkunden in Deutschland für besondere Sendungen bereits im 18. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um eine Quittung im Rang einer Urkunde über die Einlieferung einer höherwertigen Postsendung. Im Verlustfall war seine Vorlage die Voraussetzung für einen Ersatzanspruch an die Post.

Für die entsprechenden Formulare gab es Vorschriften, die im Laufe der Zeit immer weiter präzisiert wurden. Bei der preußischen Post hatten sie ab Dezember 1849 die Formularnummer (Bestellnummer) C 62.

Der hier vorgestellte Postschein weist einige Besonderheiten auf. Am oberen Rand steht die seit 1858 vorgeschriebene Textzeile „An Franko sind baar bezahlt worden . . . Sgr.“. Am unteren Rand ist die Haftungserklärung aufgedruckt. Darunter fehlt allerdings die eigentlich vorgeschriebene Formularnummer. Relativ selten ist bei derartigen Scheinen der Verwendungsort eingedruckt. Es muss in Merseburg also einen größeren Bedarf daran gegeben haben. Abweichend von der Regel ist auch die Bezeichnung für das Postamt als „Königl. Post-Amts-Annahme-Expedition“.

2016-07_BdM_PreussischerPostscheinGlietsch

Ausgestellt wurde der Postschein am 20. August 1859 für die Auflieferung eines Paketes mit einem Gewicht von 29 Pfund und 15 1/10 Loth. Als Inhalt sind 2.800 Thaler angegeben, augenscheinlich in Form von Münzen. Empfänger des Paketes war die „Haupt=Kasse der Direction der niederschl.(esisch) märkischen Eisenbahn“ in Berlin. Es ist für uns heute unvorstellbar, eine derart große Geldsumme in Münzform in einem Paket zu versenden! Rechts oben ist mit Blaustift groß die Zahl „249“ eingetragen. Theoretisch könnte es sich um die entsprechend dem Formular geforderte Angabe der Postgebühr handeln. Dies erschien mir aber sehr hoch. Dankenswerterweise hat mir Sammlerfreund Ulf Kassebaum aus Dessau eine Gebührenberechnung geliefert:

„Entfernung Berlin – Merseburg ca. 21,5 Meilen – lief innerpreußisch und damit galt
von 5 zu 5 Meilen, also 5. Entfernungsprogression
Paketgewicht 29 Pfund 15 1/10 Loth, ist auf volle Pfund aufzurunden und so ergibt
sich: 1,5 Pfennige * 30 Pfund * 5 Entfernungen = 225 Pfennige = 18 ¾ Sgr.
Werttaxe: für die ersten 1000 Thaler galt 2 Sgr. je 100 Thaler, also 20 Sgr.. Für den
Rest von 1.800 Thaler galt die halbe Taxe, also weitere 18 Sgr. dazu.
In Summe also 18 ¾ Sgr. + 20 Sgr. +18 Sgr. = 56 ¾ Sgr.
Die „249“ ist einfach die Nummer, unter der das Paket in das Manual aufgenommen wurde.

Offensichtlich war der Einlieferer des Geldpakets eine in Merseburg ansässige preußische Behörde, die portofrei gestellt war.








Beleg des Monats Juni 2016

Brocken – der höchste Berg im Norden

von Klaus Hirschfeld, Haldensleben

Es steht überall, der Brocken ist der höchste Berg im Norden (Wikipedia – 1141,2 Meter über Normal), in der Schule haben wir gelernt 1142m hoch, die 80 cm weniger kann man hinnehmen. Neuste Messungen oder die vielen Besucher, Wind und Wetter haben die Kuppe abgetragen.
In der gelungenen Briefmarkenausgabe von 1962 wurde der Brocken mit einem Wert bedacht, der 25-Pfennig-Wert konnte benutzt werden für einen einfachen Auslandbrief oder eine schwere Drucksache. Mischfrankaturen findet man dagegen häufiger.

Besuchen konnte man die Brockenkuppe ab Sommer 1961 nicht mehr.

201604BdMHirschfeld-Brocken4-kl

Im neuen Sonderstempel der Deutschen Post für die täglichen Besucher findet sich aber die Höhenangabe 1125 m, ein Schelm, der Böses denkt, die Besucher des Brocken haben den Berg runter getrampelt, nein, das ist nur die Höhenangabe des Brocken – Bahnhofs!



Beleg des Monats März 2016

Ansichtkarten – Prägekarten

von Klaus Hirschfeld, Haldensleben

Um 1900, dem ersten Höhepunkt des Ansichtskarten – Sammeln, stellten die Produzenten immer andere, modernere Karten her. Kleine Firmen wollten an dem Boom auch verdienen, wie die Firma Stepke aus Neuhaldensleben.

2016-03-BDM-Hirschfeld-AK-1.jpg
mit Rückseite, mit dem Angebot

Der § 7 der Postordnung von 1900 regelte den Begriff POSTKARTEN unter Punkt III wurde festgelegt: Von der Privatindustrie hergestellte Formulare sind zulässig: sie dürfen in Form, Größe und Papierstärke nicht wesentlich von den durch die Post ausgegebenen Formularen ab
weichen und müssen auf der Vorderseite die Überschrift „Postkarte“ tragen.

Im § 8, 1. unter Drucksachen der Postordnung heißt es: Gegen die für Drucksachen festgesetzte ermäßigte Taxe werden befördert:

alle durch Buchdruck, Kupferstich, Stahlstich, Holzschnitt, Lithographie, Metallgraphie, Photographie, Hektographie, Papyrographie, Chromogaphie oder ein ähnliches mechanisches Verfahren vervielfältigen Gegenstände, die nach ihrer Form und sonstigen Beschaffenheit zur Beförderung mit der Briefpost geeignet sind.

Nach Auskunft „des Reichsanzeiger“ zufolge tritt ein Verbot der offenen Versendung von Ansichtskarten mit Verzierungen u.s.w. aus Mineralstaub, Glassplittern, Glaskügelchen, Sand , Metallteilchen und dergleichen erst vom 1.Oktober 1901 in Kraft und zwar außer in unserem deutschen und dem deutsch-schweizerischem Verkehr auch im Wechselverkehr mit Österreich-Ungarn.

Nun zu den Prägekarten: Eine Karte vom Verlag C.E. Klotz Magdeburg mit einer Ansicht vom alten Markt in Magdeburg mit Prägung des Stadtwappen im Kreis, links, Blätter in Gold und rechts rote Blüten.
Ansicht verkleinert, gelaufen ist die Postkarte am 1.3. (19) 01 6-7 N, am anderen Tag in Ostfriesland.

2016-03-BDM-Hirschfeld-AK-2.jpg
Sehr gut ist die Prägung zu erkennen.

2016-03-BDM-Hirschfeld-AK-3
Prägung der 12,5 m hohen „Germania“ vom Niederwalddenkmal im Kleinformat.

Zum Andenken an die einmüthige siegreiche Erhebung des deutschen Volkes und an die Wiederaufrichtung des Deutsches Volkes 1870 -1871.

Unzureichend frankierte Postkarten bzw. unfrankierte Postkarten werden dem Empfänger das Doppelte des Fehlbetrages angesetzt. (somit 10 Pfennig oder Briefporto?), zurück ging nicht, kein Absender!! Vom Empfänger 10 Pfennig eingezogen ! Eingeliefert = beim Postamt Magdeburg 10 am 2.1. (19)15 – 10-11 V
Fazit = Die Prägung darf (soll) das Feld für das Postwertzeichen nicht berühren.

Ansichtspostkarten, deren Bilderschmuck durch Prägung hergestellt ist, werden auf Grund der Bestimmungen in den §§ 3 und 7 der Postordnung vom 20. März 1900 gegen die Postkartentaxe nur dann befördert, wenn die Prägungen an der für die Adresse und Bestimmungsort, sowie für das Aufkleben der Marken bestimmte Stellen der Vorderseite nicht sichtbar ist. Andernfalls unterliegen die Karten dem Briefporto.

Literatur:
Ausstellungskatalog der 5. Briefmarkenausstellung 2009 Haldensleben
Beitrag vom Autor „Aus der Anfangszeit des Ansichtskartensammeln in Neuhaldensleben um 1900“
htp:/www.philhaha.de/post/texte/postordnung-1900.htm1-55





Beleg des Monats Februar 2016

Archiv – Karten oder Stammkarten von Absenderfreistempeln

von Klaus Hirschfeld, Haldensleben

Im Jahr 1923 gründeten die 3 Firmen Anker in Bielefeld, Bafra in Berlin und Furtfängler in Furtwangen die Postfreistempler GmbH mit Sitz in Bielefeld. Damit wurde das technische Wissen dieser Firmen unter dem Namen Francotyp weltbekannt.
Für jede einzelne Maschine legte Francotyp eine Stammkarte an. Sie zeigte einen Musterabdruck, technische Einzelheiten, Angaben zum Kunden, das Auslieferungsdatum, Änderungen des Eigentums und der einbauten Klischees.
Diese Archivkarten sind um 1995 in den Briefmarkenhandel gekommen und sind auch jetzt noch bei ebay für den Postgeschichtler oder Thematiker massenhaft zu finden.

2016-02-BDM-Hirschfeld-Archivkarte2

Geliefert wurde die Maschine am 5.10. 1929 an das Postamt Nordhausen für den Betrieb Oelvertrieb Nordhausen G.m.b.H., als Besonderheit wurden 2 Klischees ausgeliefert. Der Absenderfreistempel bestand aus einem Einkreisstempel, Werbeteil und als Wertrahmen ein Bogenrechteck.

1940 wurde in die Maschine umgebaut = Zweikreisstempel 15.6.40, Werbung (Riebeck –Kohle G.m.b.H. Wertrahmen Reichsadler Inschrift Fraktur. In Betrieb genommen 21.6.1940
Die Maschine hat den 2. Weltkrieg überstanden und wurde umgesetzt.
Umgearbeitet am 31.12.48, eingesetzt am 13.1.1949 für die Braunkohlenverwaltung Merseburg VEB (Z) Werk Ammendorf, im Zweikreisstempel wurde eingesetzt (19a) Ammendorf (Saalkr.), im Wertrahmen Deutsche Post Posthorn.

Noch ein weiteres Beispiel mit den wesentlichen Merkmalen der Maschine:

2016-02-BDM-Hirschfeld-Archivkarte1

Am 7.12.1939 wurde die Maschine für die Allgemeine Ortskrankenkasse des Kreises Wolmirstedt (Bz Magdeburg) ausgeliefert, die 51 im Tagesstempel bedeutet, das Jahresdatum konnte bis 1951 umgestellt werden. Zum Jahresanfang 1945 wurde die Maschine umgesetzt, nach (19) Haldensleben 16.1.45 an den Krankenkassenverband Haldensleben.
(Ein Einsatz der Postleitzahl vor Kriegsende in AFS ist selten)

1946 steht die Maschine wieder in Wolmirstedt (Sozialversicherungskasse für den Kreis Wolmirstedt), am 21.12.1948 wurde ein neues Einsatzstück eingesetzt (SVA Sachen Anhalt Sozialversicherungskasse Wolmirstedt), nochmals wurde der Tagesstempel abgeändert am 14.1.1949 in (19b) Wolmirstedt (BZ Magdeburg.
Handschriftliche Angaben zur Maschine und als Besonderheit der Namen des Vertreters Meyer Magdeburg vom Lebenslauf der Maschine mit der Nummer Cm 22897 auf der Archivkarte zeigen den schönen postgeschichtlichen Beleg.





Beleg des Monats Januar 2016

Bücherzettel

von Klaus Hirschfeld, Haldensleben

Bücherzettel oder Bücherbestellzettel wurden seit dem 25. Oktober 1871 im Inlandverkehr zur Drucksachengebühr zugelassen. Sie sind mit einem Vordruck versehen zum Bestellen, Abbestellen oder Anbieten von buchhändlerischen Werken, Büchern, Zeitschriften, Bildern oder Noten. Es durften nur Angaben nachgetragen werden, die dazu dienen, die bestellten oder angebotenen Werke zu bezeichnen.(Angaben nach htts:/wikepedia.org/wiki/Bücherzettel)

2016-01-BDM-Hirschfeld-Buecherzettel

Die Dessauer Hof – Buchhandlung Wilhelm Presting am Neumarkt Nr. 7 bestellt am 7.6.07 7-8 N (Poststempel) einen Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, direkt mit Kreuzband beim Lobl. Schweizerisches Vereinssortiment J.Schweitzer Verlag in OLTEN Schweiz. Die Karte ist am nächsten Tag, am 8.6.07 morgens um 4 Uhr in Olten. Aber hier ist nicht die Auslieferung, am gleichen Tag 8.6.07 um 7 Uhr wurde die Karte in der Schweiz frankiert und weiter gesendet nach München zum Karlsplatz 29.
Eine schöne 2-Länderfrankatur = Deutsches Reich - Schweiz


Geschrieben am ..

zurück

Veranstaltungen