Landesverband der Philatelisten in Sachsen-Anhalt e.V. im BDPh. e.V.

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Schadow-Ehrung in Lutherstadt Wittenberg



Wenn am 8. Mai 2014 die Briefmarke zum 250. Geburtstag von Johann Gottfried Schadow erscheinen wird, wird es auch in Lutherstadt Wittenberg einen Sonderstempel im Rahmen der Lutherdekade geben. Die Sonderpostfiliale wird erneut in der Einkaufspassage „Arsenal“ sein und von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet haben. Der Wittenberger Philatelistenverein wird dazu einen passenden Schmuckumschlag anbieten. Bestellen kann man den Beleg bei: Dr. Richard Thomas, Rebenweg 24, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Tel.: 03491/874405, E.Mail: dr.r.thomas@web.de .

Schadow-Ehrung in Lutherstadt Wittenberg - Briefma

Was hat Schadow mit Wittenberg zu tun. Auf dem Marktplatz von Lutherstadt Wittenberge befinden sich die Denkmale der Reformatoren Luther und Melanchthon. Von Schadow (1764 -1850) stammt das Luther - Denkmal auf dem Wittenberger Marktplatz, das erste öffentliche Standbild im deutschsprachigen Raum für eine Person von „nichtadeligem Stande“. Bis dahin waren Standbilder Fürsten und Königen vorbehalten.
Die erste Idee für dieses Denkmal wurde hier 1806 geboren, als die Festung Wittenberg von
Franzosen besetzt war.
1801 wurde eine „Königlich-Preussische-Vaterländische-Literarische Gesellschaft“ in Eisleben gegründet, mit dem Ziel zum 300. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag in Eisleben ein Luther-Denkmal zu errichten. Die Eisleber sammelten fleißig Geld für ihr Denkmal und nach der Ausschreibung gingen 1805 19 Entwürfe für das Lutherdenkmal ein, auch von Schadow, Schinkel und Leo von Klenze. Die Eisleber entschieden sich 1806 für den Entwurf des weniger bekannten Friedrich Weitsch und hatten bis 1807 bereits 22 887 Taler gesammelt und bei einer Magdeburger Bank angelegt.
Es herrschten jedoch unruhige Zeiten und Eisleben und Magdeburg kamen zum Königreich Westfalen, welches Napoleons Bruder Jerome unterstand. Das angelegte Geld aus Eisleben wurde in eine „Anleihe zur Lieferung der Bedürfnisse der Französischen Armee“ mit 4% Zinsen gewandelt. Aus dem Wiener Kongress 1815 ging Preußen gestärkt hervor und bekam nicht nur seine früheren Gebiete zurück, sondern Teile Kursachsens mit Wittenberg hinzu.
Friedrich Wilhelm III. bestimmte seine Stararchitekten Schadow und Schinkel dazu, sich um ein Lutherdenkmal zu kümmern. Den früheren Entwurf von Prof. Weitsch (1805) verwarfen sie. Da sich beide Lutherstädte Eisleben und Wittenberg um das Denkmal bewarben und sich nicht einigen konnten, musste der König entscheiden. Eigentlich war Eisleben im Vorteil, denn sie hatten bereits das Geld beisammen. Der König bestimmte, dass in Wittenberg das Lutherdenkmal mit den Eisleber Spendengeldern errichtet werden sollte! Eine schwere Demütigung für die Eislebener und wohl auch Strafe dafür, dass sie die Gelder für das Lutherdenkmal zwischenzeitlich beim Erzfeind angelegt hatten.
Am 31. Okt. 1817, zum 300. Jahrestag des Thesenanschlages, wurde auf dem Wittenberger Marktplatz der Grundstein für das Denkmal gelegt und der anwesende Kronprinz, der spätere König Friedrich Wilhelm IV. soll den Vorschlag eingebracht haben, Luthers Standbild von Schadow mit einem Baldachin von Schinkel zu überdachen. Teile des Baldachins wurden bereits 1818 in der Königlich Preußischen Eisengießerei Berlin gegossen. Als Luthers Standbild wurde Schadows Entwurf von 1805 umgesetzt und das gesamte Denkmal zum Reformationstag 1821 eingeweiht. Restaurierungen erfuhr es 1967 und 1998 und von 2009 – 13 einen kompletten Neuaufbau über einem neuen Fundament.

Dietrich Ecklebe

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