Landesverband der Philatelisten in Sachsen-Anhalt e.V. im BDPh. e.V.

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"Postkontrolle in der DDR" Vortrag und Ausstellung in Wittenberg

Ein Beitrag zum 25. Jahr seit der Friedlichen Revolution in der DDR.

Wer wissen will, was mit seiner Post zwischen 1949 und 1990 geschehen ist, die vielleicht nie ankam, dem sei ein Vortrag am 20.03.2014 in Wittenberg und eine aktuelle Ausstellung zum gleichen Thema empfohlen.

Vortrag

Zusammen mit der BStU-Außenstelle Frankfurt (Oder), der BStU-Außenstelle Halle und der Stadtratsfraktion Freie Wähler hat der Briefmarkensammlerverein Lutherstadt Wittenberg e.V. einen Vortrag und eine Ausstellung zum Thema "Postkontrolle in der DDR" für Wittenberg organisiert.

Der Vortrag beginnt am 20.03.2014 zu 18 Uhr im Ratssaal des Alten Rathauses Wittenberg.

Am selben Tag wird 18 Uhr die Ausstellung "Postgeheimnis? Die Stasi und die Cottbuser Briefe" eröffnet. Sie kann bis zum 26.04.2014 besichtigt werden.

Die Veranstaltung sieht sich als Beitrag zum 25. Jahr seit der Friedlichen Revolution in der DDR.
Bis heute befinden sich in der BStU-Außenstelle Halle 260 laufende Meter Akten zur Postkontrolle der Stasi im damaligen Bezirk Halle.

Vortrag

Informationsübersicht:

→ Neues Rathaus
15:00–19:00 | Raum Göttingen
Vor-Ort-Service zur Antragstellung
• Beratung zu Anträgen auf Einsicht in Stasi-
Akten
• Antragstellung auf Akteneinsicht
(Bitte bringen Sie ein gültiges Personaldokument mit.)
• Informationsmaterial
18:00 | Bürgerbüro
Eröffnung der Ausstellung
Postgeheimnis? Die Stasi und die Cottbuser
Briefe
Die Ausstellung ist vom 20.03.–26.04.2014 im
Rahmen der Öffnungszeiten des Neuen Rathauses
zugänglich.

→ Altes Rathaus
19:00 | Großer Saal
Vortrag mit Rüdiger Sielaff, BStU
Die Postkontrolle im Bezirk Halle

Veranstalter:
BStU-Außenstelle Frankfurt (Oder)
Fürstenwalder Poststraße 87
15234 Frankfurt
Tel.: 0335 6068-0
astfrankfurt@bstu.bund.de
www.bstu.de
Mitveranstalter:
BStU-Außenstelle Halle,
Stadtratsfraktion Freie Wähler,
Briefmarkensammlerverein Lutherstadt Wittenberg e.V.

Kontakt:
Briefmarkensammlerverein Lutherstadt Wittenberg e.V.
Dr. Richard Thomas,
Rebenweg 24, 06886 Lutherstadt Wittenberg,
Tel.: 03491/406139



Die Postkontrolle im Bezirk Halle – Die Stasi und die Wittenberger Briefe
Die Postkontrolle der Stasi (Abteilung M) stellte in der DDR am 10. Nov. 1989 ihre Tätigkeit ein. Bis dahin waren zuletzt 2.177 Mitarbeiter in Berlin und allen Bezirksstädten damit beauftragt, ca. 90 000 Briefe täglich zu öffnen. Die Kontrolle der Briefe geschah im Dreischichtbetrieb, damit die Postsendungen möglichst binnen 16 Stunden wieder dem regulären Postbetrieb zugeführt werden konnten. In der DDR – Verfassung war das Postgeheimnis nach § 31 / 1 festgeschrieben, für die Arbeit der geheimdienstlichen Postkontrolle gab es also keine Rechtsgrundlage!
Partner der Stasi-Postkontrolle waren die Deutsche Post und die Zollverwaltung der DDR. Bis 1989 wurden insgesamt ca. 33 Mio. D-Mark aus Brief- und Paketsendungen entwendet und der Volkswirtschaft zugeführt, seit den 70er Jahren dem Bereich KoKo unter Herrn Dr. Schalck-Golodkowski. Für das „Devisenaufkommen“ aus der Postkontrolle gab es sogar eine staatliche Planvorgabe, die jährlich zu erfüllen war! Zur „Qualitätssicherung“ ihrer Arbeit gab die Abteilung M gelegentlich Briefe in der BRD mit zuvor kopierten Geldscheinen selbst auf, um ihre eigenen Kontrolleure und „Entnehmer“ in der DDR zu überprüfen. Die Entnehmer trugen Textilkittel o h n e Taschen, eine Sonderanfertigung aus Karl-Marx-Stadt. Und es gab zahlreiche Neuerervorschläge, um die Anlagen zur Brieföffnung und Wiederverschließen zu mechanisieren und den Durchlauf zu steigern.
Zu den Betroffenen der Postüberwachung zählten neben Ärzten u. Pastoren ausreisewillige Bürger, private Handwerksmeister, Sportler, Genossen/Innen aus der Industrie, die als Rei-sekader und Geheimnisträger eingestuft waren. Es galt das Leninsche Prinzip: „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser!
Während in wenigen Außenstellen des Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staats-sicherheit (BStU) die Akten zur Postüberwachung vernichtet werden konnten, liegen in der Außenstelle Halle bis heute 387 lfd. Meter Akten zur Postkontrolle im damaligen Bezirk Halle, darunter zahlreiche Nachweise aus dem Kreis Wittenberg. Und mancher heutige Erwachsene, der in den 70er und 80er Jahren als Jugendlicher eine Karte mit Autogramm-wunsch an sein Schlageridol bei Radio Luxemburg oder Herrn Franz Beckenbauer, Bayern München, Säbener Straße schickte, wird damals enttäuscht gewesen sein, keine Antwort zu bekommen. 2014 kann man ihm sagen, dass dessen Post nur bis Halle kam und im dortigen BStU - Archiv liegt! Die Post ist nach wie vor Eigentum des Absenders !

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