Landesverband der Philatelisten in Sachsen-Anhalt e.V. im BDPh. e.V.

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Johann Christian Reil zum 200. Todestag mit Briefmarke geehrt

Vater der modernen Psychiatrie wird von dem Zoo Halle und dem MZZ-Briefdienst geehrt.

„Am 22.November 1813 gegen 2 Uhr früh verstarb Johann Christian Reil im Alter von 54 Jahren im Haus seiner Schwester in der Großen Ulrichstraße in Halle.
Zwei Tage später wurde er auf seinem Berg (heute Bergzoo Halle) unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt (Grabmal und Obelisk).
Mit ihm verlor die Saalestadt einen hervorragenden Mediziner und Mitmenschen. Sein Einsatz für die Menschen in Halle, Europa und der ganzen Welt soll für immer im Gedächtnis bleiben.“ schreiben die Schüler der Sekundarschule Johann Christian Reil.

2013-11-22 - MZZ - Reil - Collage

Am 22. November 2013 jährte sich der Todestag von Johann Christian Reil zum 200. Mal.
Der Zoo Halle und der MZZ-Briefdienst haben das zum Anlass genommen ihn mit einer Briefmarkenausgabe zu ehren.
Die Marke mit dem Nennwert zu 200 Cent gibt es in einem Block.
Für 200 Cent gibt es leider keine portogerecht Beförderung bei dem MZZ-Briefdienst.
Der Block zeigt ein Hirn mit Bezeichnungen, die auf Reils Arbeiten im Bereich der Psychosomatik hinweisen.
Weiter wurden 500 Ersttagsbriefe im Format DIN A5 ausgegeben. Sie kosten 2,50.
Neben den Verkaufsstellen können Block und Ersttagsbrief auch bei Zoo in Halle erworben werden.
Dort soll ab dem 25.11.2013 auch ein blauer MZZ-Briefkasten stehen, um MZZ-Post gleich vom Zoo aus versenden zu können.

2013-11-22 - MZZ - Reil - Collage2




1. Nachtrag

Auf Hinweis von Hr. Seiler vom BSC "Hallensia" e.V. konnte festgestellt werden, dass sich links auf dem Ersttagsbrief bei dem vermutlich aufgedruckten Ersttagsstempel mit "1830" statt "1813" das falsche Todesjahr angegeben wird. Vielen Dank für den Hinweis!
2013-11-22 - MZZ - Reil - Sonderstempeleindruck




2. Nachtrag

Am 09.12.2013 erschien der korrigierte MZZ-Ersttagsbrief zum 200.Todestag von Johann Christian Reil.
Mit der Korrektur des Todesjahres hat sich auch das Design des Sonderstempels geändert.
(Vielen Dank für die Meldung von Hr. Seiler vom BSC "Hallensia" e.V.)

2013-12-09 - MZZ - Reil - Sonderstempeleindruck MZ





Johann Christian Reil wurde am 20. Februar 1759 in Rhaude geboren.
Er war ein deutscher Mediziner und Wegbereiter der romantischen Medizin. Er war Anatom, Chirurg, Gynäkologe, Augenarzt, Badearzt und Reformer. Sein Nachruhm gründet sich vor aber allem auf seine Arbeiten im Bereich der Psychosomatik. Er gilt heute als Begründer der modernen Psychiatrie, wobei er 1808 auch erstmals den Begriff „Psychiatrie“ verwendete.
Reil verstarb am 22. November 1813 in Halle (Saale).




In seinem Leben war er mit vielen bekannten Personen seiner Zeit in Kontakt, wie Goethe oder Humboldt. Auf seinem Alterssitz, dem Reilsberg wurde 90 Jahre später der Zoo in Halle gründet.

Bereits seit 1780 wirkte Reil in Halle, anfangs als Student der Medizin, nach einem Jahr in Göttingen.
Zum 1. März 1782 wurde er Mitglied der Freimaurerloge „Zu den drei Degen“ (1777–1786)
Nach seiner Promotion zum Doktor der Medizin und Chirurgie im Jahr 1782 absolvierte Reil in Berlin. Anschließend arbeitete Reil einige Jahre als praktischer Arzt in Norden. Hier verfasste er 1785 einen praktischen Ratgeber mit dem Titel Diätetischer Hausarzt für meine Landsleute.

1787 erhielt er eine außerordentliche Professur der Medizin an der Universität Halle. Nach dem überraschenden Tod seines Mentors und Vorgängers Goldhagen wurde Reil 1788 ordentlicher Professor der Therapie und Direktor des Klinikums. Im gleichen Jahr heiratete er Johanna Wilhelmine Leveaux († 1813), die Tochter einer wohlhabenden Halleschen Hugenotten-Familie. 1789 wurde Reil außerdem zum Stadtphysikus ernannt. 1792 erwarb die Degen-Loge auf Vorschlag Reils den „Jägerberg“ neben der Moritzburg (Halle), auf dem später das Logenhaus Zu den drei Degen errichtet wurde. Ein Jahr später wurde Reil Mitglied der Leopoldina.

In Halle profilierte Reil sich nicht nur als Arzt, als Hochschullehrer, Hirnanatom und Philosoph, sondern auch als Förderer des Badewesens. So engagierte er sich für die Errichtung einer Kur-Badeanstalt, die 1809 eröffnet wurde. Als er 1810 an die neu gegründete Berliner Universität berufen wurde, hatte er sich vorher ausbedungen, jährlich zur Badesaison mehrere Monate als Badearzt in Halle weilen zu dürfen. Zu Reils Konzept mit Parks und Salons gehörte auch ein Theaterbetrieb, den er 1811 in der Kirche des ehemaligen Barfüßerklosters gründete. Zu den vielen Kurgästen aus ganz Deutschland gehörten Johann Wolfgang Goethe, der Reil hoch schätzte und sich bereits 1805 von ihm hatte behandeln lassen, und Wilhelm Grimm.[2] Für die Theatereröffnung verfasste Goethe den „Prolog für Halle“. Als Nachruf widmete Goethe ihm 1814 außerdem das Vorspiel „Was wir bringen“.

Reil erhielt verschiedene Rufe auf andere Professuren, so 1802 nach Göttingen und 1809 nach Freiburg. Zum Dank für seine Verdienste und die Ablehnung des Rufes nach Göttingen schenkte ihm der preußische König Friedrich Wilhelm III. 1803 einen als Weinberg und Schafweide genutzten Berg auf dem Giebichenstein (heute „Reilsberg“). Reil baute hier eine Villa (heute „Reilsvilla“), ließ den Berg zu einem Park umgestalten und suchte sich dort noch zu Lebzeiten ein prähistorisches Steingrab als Grabstätte aus. 1901 wurde auf dem Gelände der Hallesche Bergzoo eröffnet.

1810 gehörte Reil bei der Berliner Universitätsgründung zu den Ratgebern Wilhelm von Humboldts und ließ sich bewegen, auch ein Ordinariat an der Charité zu übernehmen. 1811 wurde er der erste gewählte Dekan der Medizinischen Fakultät und übernahm die Leitung der „Wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen“ beim Ministerium des Innern. Dabei setzte sich Reil unter anderem für die Verbesserung der katastrophalen Zustände der Lazarette im gesamten Preußen ein. In den Befreiungskriegen übernahm er Anfang Oktober 1813 die Leitung der Militärhospitäler in Leipzig und Halle. Dort erlebte er die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis zum 18. Oktober 1813, deren 30.000 Verwundete kaum ausreichend versorgt werden konnten. Er selbst erkrankte an Typhus und reiste bereits im Fieber zurück nach Halle, wo er am 22. November 1813 morgens gegen zwei Uhr starb. Er hinterließ zwei Söhne und drei Töchter. Seine Frau starb im Dezember 1813 im Kindbett.
1830 ließ der Schwiegersohn Reils, der Medizinprofessor Peter David Krukenberg, über dem Grab Reils ein sarkophagähnliches Sandsteindenkmal errichten.

Quellen:
http://www.wikepedia.de
http://www.reil-schule.de/unsere-schule/index.html#380410a27d0855901

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