Landesverband der Philatelisten in Sachsen-Anhalt e.V. im BDPh. e.V.

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Inhaber Richard Salecker – eine biographische Skizze (Naumburg)

Autor: Hans-Peter Garcarek

Richard Salecker war seit dem 10. Januar 1911 Inhaber der Briefmarkenhandlung bzw. Firma Alwin Zschiesche in Naumburg/Saale. Wer war Richard Salecker?
Karl Richard Salecker wurde am 5. April 1858 in Lötzen, Ostpreußen, geboren. Sein Vater, Gottlieb Salecker (1.1.1806 - 28.5.1871), war Gutsbesitzer in Lötzen und mit Susanna, geborene Meyhöfer (16.7.1816 - 21. 6. 1864) verheiratet.
Über Richards Kinder- und Jugendjahre ist bisher nichts bekannt. Er muss aber schon relativ zeitig Briefmarkensammler gewesen sein, denn am 18. August 1882, also mit 24 Jahren, wird er Einzelmitglied im "Internationalen Philatelisten-Verein" (IPV) Dresden.
Mitte 1889 wohnte Richard Salecker in Hamburg, Holzdamm 17 A. Zuvor war er dem "Verein für Briefmarkenkunde zu Hamburg" beigetreten. Er beteiligte sich hier sehr aktiv am Vereinsleben (Spenden fürs Vereinsalbum und für Verlosungen).
Im Mai 1894 schreibt "Der Philatelist" - Vereinszeitung des IPV -, "dass von Mitglied Nr. 1.099, Salecker, die Adresse unbekannt ist". Richard hatte wohl seine zukünftige Frau in Naumburg/S. gefunden. (Abb. 1)

Inhaber Richard Salecker – eine biographische Skiz
Abb. 1: Richard Salecker und Margarete Lange 1894

Margarethe Elisabeth Lange (4.1.1875 - 1943) in Naumburg/S. geboren, heiratet am 14. Mai 1895 den Kaufmann Richard Salecker. Beide wohnen bis 1899 in der Kösener Str. 37. Richard war inzwischen auch dem Deutschen Philatelisten-Verband in Gößnitz beigetreten. Hier beteiligt er sich aktiv am Vereinsleben, wird u.a. im Juli 1897 zu einem der beiden Vereinsrevisoren gewählt.
Ende 1898 wird aus dem Einzelmitglied im IPV Dresden, Richard Salecker, ein Mitglied der Sektion Naumburg des IPV.


Richard Salecker muss mit Blick auf seine berufliche Zukunft als Kaufmann seit 1882 mit Alwin Zschiesche - beide waren seit diesem Zeitpunkt Mitglied des IPV Dresden - sehr enge Kontakt gehabt haben. Bereits im Januar 1898 erscheint in der "DBZ" von Hugo Krötzsch eine Anzeige von ihm. (Abb.
Abb. 2)

Inhaber Richard Salecker – eine biographische Skiz
Abb. 2: Anzeige von Richard Salecker vom Januar 1898 in "DBZ"

Richard Salecker wird Mitarbeiter bei Alwin Zschiesche.
Am 30. Mai 1899 erfolgt die Eintragung der Briefmarkenhandlung Alwin Zschiesche - Firmennummer 128 - in das Handelsregister beim Amtsgericht Naumburg.
In der philatelistischen Presse werden Alwin Zschiesche und Richard Salecker "gleichgesetzt", denn beide werden mit ihren Wohnorten und Geschäften in die Kösener Str. 6 verlegt. Nur R. Salicker wohnte bis 1907 in diesem Haus. Alwin Zschiesche wohnte bis zu seinem Wegzug nach Wiesbaden (1910) in der Kösener Str. 17.
Im Januar 1903 werden für 20jährige Mitgliedschaft im IPV Dresden Alwin Zschiesche, Richard Salecker und Ernst Fuchs (am 16.12.1882 Mitglied im IPV) mit einem Ehrendiplom ausgezeichnet.
Von 1906 bis 1909 haben Alwin Zschiesche und Richard Salicker ihre Geschäftsräume in der Großen Salzstr. 38 und ab 1910 im Haus Markt 8. (Abb. 3) Von 1908 bis 1910 wohnte Familie Salecker in der Kösener Str. 12.

Inhaber Richard Salecker – eine biographische Skiz
Abb. 3: Eintrag im Adressbuch Naumburg 1911

1910 wechselt Alwin Zschiesche seinen Wohnsitz von Naumburg nach Wiesbaden. Am 10. Januar 1911 erfolgt der Eintrag im Handelsregister Naumburg, wonach der Einzelhandelskaufmann Richard Salecker neuer Inhaber der Firma Alwin Zschiesche ist.
Richard ist in diesem Jahr 1911 in die Kösener Str. 17 umgezogen, aber gleich darauf in die Martinstr. 6. Sein Geschäft behält er am Markt 8.


Inhaber Richard Salecker – eine biographische Skiz
Abb. 4: Erste Anzeige von R. Salecker am 14.12.1912 "Die Post", Nr. 12, S. 388

Mit einer Anzeige vom August 1913 teilt R. Salecker mit, dass es eine Filiale der Firma A. Zschiesche in Wiesbaden, Bahnhofstr. 8 gibt.
Ende 1917 zieht Familie Salecker in die "Villa Zschiesche", Kösener Str. 17. Die Briefmarkenhandlung bringt er im Gartenhaus unter.
Kinder und Enkelkinder von Richard und Margarethe Salecker verbringen im "Traumhaus" Zschiesche bis 1938 unwiederbringlich glückliche Tage. 1938 wird die "Villa Zschiesche" Eigentum der "Nationalpolitischen Erziehungsanstalt". Margarethe muss in die Eupener Str. 8 umziehen. Richard Salecker stirbt 1936, seine Frau - sie führte die Firma weiter -, stirbt 1943. Die Firma Alwin Zschiesche in Naumburg/S. erlischt am 8. März 1950.
Ein herzliches Dankeschön an die Enkelinnen von R. Salecker, Ursula Hannebohn [84] und Doris Breit [72].

Autor: Hans-Peter Garcarek
aus VM des BV Naumburg 2013 - Seite 22/23

Reaktionen, Hinweise, Ergänzungen, weitere Quellen, mögliche Nachrichten und Informationen zum Thema Richard Salecker bitte per Mail an: petergarcarek@arcor.de senden. Danke!

Siehe auch:
66-jähriger Naumburger forscht in der Freizeit zum Leben und Wirken zweier Briefmarkenhändler, die in der Domstadt nur noch wenigen bekannt sind.

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