Landesverband der Philatelisten in Sachsen-Anhalt e.V. im BDPh. e.V.

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Prelabel des MZZ-Briefdienst

von Benny Berger Eine Teildokumentation des MZZ-Briefdienst aus Halle mit Katalogisierung Stand: 25.04.2011

MZZ-Prelabel-image003-Titel

Einleitung

Seit April 2009 ist die Verwendung von "Prelabel" durch die MZZ-Briefdienst GmbH (MZZ) bekannt. Nach Mitteilung der MZZ werden die Prelabel aktiv seit November 2009 eingesetzt. Deren Beginn war u. a. abhängig vom Softwarestand der von der MZZ eingesetzten Software „CodX“.

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Das Prelabel der Barmer im April 2009 gehörte zum Betatest innerhalb der Projektphase der MZZ (Unterschiede zum später verwendeten Prelabel: Firmencode über Firmenname Firmencode mit 12 Ziffern)


Das bisher bekannte Prelabel der Barmer vom April 2009 war ein Betatest innerhalb der Projektphase. Von April bis November 2009 wurde der Inhouse-Workflow entwickelt. Da mehrere Projekte im Sortierzentrum liefen, wurde das Projekt in der Priorität verschoben.
Am Anfang wurden vorwiegend Neukunden mit Klein- und Kleinstmengen auf Prelabel umgestellt. Im Juli 2010 forciert die MZZ diese Einlieferungsform parallel für Bestandskunden einzuführen. Es wurde vor allem bei Bestandskunden mit Klein- und Kleinstmengen die Verwendung der Prellabel beworben. In diesem Zuge ist die Anzahl der teilnehmen Kunden Ende Juli und Anfang August 2010 stark gestiegen.

MZZ-Prelabel-image009
Abbildung einer typischen Positionierung eines Prelabel auf den Umschlägen, die durch die MZZ bearbeitet und befördert werden. Der Barcode des Prelabel erübrigt einen weiten Stempelabschlag eines solchen durch die Sortiermaschine.

Der Begriff "Prelabel" resultiert, laut Angaben der MZZ, aus der Bezeichnung innerhalb der CodX-Software. Die MZZ hat diesen Begriff trotz Anglizismus übernommen, da das Wort Label auch im Deutschen oft verwendet wird und einen Unterschied zum normalen Sendungsetikett darstellt.

Bei der Verwendung dieser Aufkleber bzw. Label handelt es sich um eine Methode, die Erfassungsarbeit an den Sortiermaschinen zu vereinfachen. Die Prelabel beinhalten zwei UPOC, die von den Maschinen gelesen werden können.
Die angegebenen UPOCs über und unter dem Barcode werden beim Erstellen der Label durch die Software „CodX“ dem Einspeiser zugewiesen. Beim Einlesen der UPOC der Prelabel während der Briefsortierung kann „CodX“ aus dem UPOC „0100...“ über dem Barcode den Vertragskunden für die Kostenabrechnung erkennen. Der UPOC „010074...“ unter dem Barcode wird für die Zuordnung des jeweiligen Briefes verwendet.

Notwendig sind die Angaben, um die aufgegebenen Briefe von dem jeweiligen Vertragskunden für die Abrechnung zuordnen zu können.

Neben der Automatisierung der Abrechnung ist auch ein Grund, dass die Maschinenumrüstzeiten gesenkt werden und Barcodes innerhalb des Systems schneller verarbeitet werden. Bei der maschinellen Sortierung von Briefen ohne Prelabel ist für jeden Vertragskunden vor der Sortierung der jeweiligen Vertragskunden über vorgedruckte Kundenkarten einzulesen um eine Abrechnung der Briefe für diese Vertragskunden zu aktivieren. Diese Pause im Briefsortierprozess wird Maschinenumrüstzeit genannt.
Die Maschinenumrüstzeit beträgt ca. 30 Sekunden je Wechsel zwischen den Vertragskunden.

Informationsmaterial hierzu hat die MZZ nicht erarbeitet.

Die Prelabel können von allen Vertragskunden der MZZ verwendet werden. Allerdings muss bei einer Umstellung auf das Prelabel-System jeder Brief, den der Vertragskunde über die MZZ versenden will, mit einem Prelabel versehen werden. Vor einer solchen Umstellung prüft die MZZ selbständig, ob diese Variante für die Firma optimaler wäre.

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Brief mit Prelabel und Barcodestempel der MZZ. Der Barcode des Prelabel ersetzt den Stempelbarcode.

Ab 01.12.2010 wird von der MZZ angestrebt die Verwendung der Prelabel grundsätzlich bei allen Geschäftskunden einzuführen.
Danach können den Kunden entweder eigene Prelabel zur Verfügung gestellt werden oder der Kunde muss mit der täglichen Post jeweils eine Kundentrennkarte beigelegen.
Die bis dahin verwendeten monatlichen Abrechnungslisten sollen nur noch bis November 2010 verwendet werden.




Lokale Kundentrennkarte – Eine Alternative zum Prelabel ab 01.12.2010

Kundentrennkarten werden durch MZZ bereits seit Einführung der ersten Sortier- und Frankiermaschine im November 2008 verwendet. Bisher erfolgte die Verwendung nur im Briefsortierzentrum in Halle durch die Mitarbeiter der MZZ. Sie dienen zur Vornahme einer maschinenlesbaren Trennung der zu sortierenden Briefe der Geschäftskunden der MZZ. Vor jedem Sortiervorgang musste an der Sortier- und Frankiermaschine durch einen Beschäftigten die jeweilige Kundentrennkarte eingelesen werden, damit die Briefe durch den Sortier- und Frankiermaschine dem richtigen Kunden zugeordnet werden kann.
Anfangs existierte ein fester Bestand an Kundentrennkarten im Briefsortierzentrum. Diese wurde täglich für die Zuordnung der Kunden verwendet. Mit ansteigender Kundenanzahl gestaltete sich das Heraussuchen der Kundentrennkarten im Briefsortierzentrum zunehmend aufwendiger und behinderte eine effiziente manuelle Vorbereitung der Briefe der Kunden. Der Zeitpunkt der Umstellung ist nicht genau festlegbar. Der Umstellung wird vom Autor für Juli 2009 vermutet. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt die endgültige Umstellung der Sortierung der Post aller Geschäftskunden durch die Sortier- und Frankiermaschine für C6-A5 Briefe) innerhalb des Briefsortierzentrum in Halle.
Ab diesem Zeitpunkt, werden die Kundentrennkarten jeweils täglich erst unmittelbar vor dem Einlesen in die Sortier- und Frankiermaschine auf Papier gedruckt. Nach der Verwendung wird dieses Tages-Kundentrennkarten entsorgt.
Mit Einführung von nur noch zwei Abgabevarianten für die Kunden ab 01.12.2010, stellt, neben der Verwendung der Prelabel, das Beilegen der „lokalen Kundentrennkarten“ vor Ort durch den Geschäftskunden zu dessen Ausgangspost über die MZZ eine neue Variante des Annahme-Systems von Postsendung dar. Grundsätzlich werden letztlich auch hier die vom jeweiligen Geschäftskunden beigelegten „lokalen Kundentrennkarten“ im Briefsortier-zentrum vor der Sortierung an den Sortier- und Frankiermaschinen eingelesen. Ausgefertigt werden die „lokalen Kundentrennkarten“ aber nunmehr durch den Geschäftskunden vor Ort und dem mit der Abholung Beauftragten der MZZ mitgenommen.

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Abbildung einer typischen „lokalen Kundentrennkarte“ . Hier handelt es sich um die „lokalen Kundentrennkarten“ der Stadt Zörbig. Die Stadt Zörbig wird ab 01.12.2010 wahlweise bei Abgabevarianten entsprechend des täglichen Briefaufkommens verwenden. Der Barcode (unten Mitte) entspricht dem des Prelabels der Stadt Zörbig (siehe Katalog-Nr. 337)

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Undatiertes Infoblatt der MZZ, welches jeder teilnehmender Geschäftskunde erhält, der die „lokalen Kundentrennkarten“ verwendet. Es enthält eine kurze Erläuterung zur Verwendung der lokalen Kundentrennkarte. (Stand: 03.11.2010)

Aufbau:

MZZ-Prelabel-image018-Aufbau
Muster eines Standart-Prelabel (Typ III: Verwendung ab August 2010)
(Geschäftspartnernummer besteht aus einer 10stelligen + 3stelligen Adressnummer)


Ein Prelabel der MZZ besteht aus einem Absenderfeld im oberen Bereich und einem Barcodefeld im unteren Bereich des Labels. Das Format eines Prelabel beträgt 48,3 mm x 25,4 mm. Es ist selbstklebend und befindet sich auf einer Trägerfolie zu 44 bzw. 40 Stück bei vier Stück waagerecht und elf bzw. zehn Stück senkrecht.

Auf der ersten Trägerfolie wird die erste Zeile nicht mit Prelabel bedruckt, daher sind dort statt insgesamt 44 Prelabel nur 40 Prelabel aufgedruckt. Die ersten 4 Etiketten der Startseite enthalten ausschließlich die Adresse des Prelabel-Kunden. Sie dienen dem Briefversand an den Kunden, ggf. auch als Verwendung für Einschreiben und andere Zusatzleistungen.

MZZ-Prelabel-image020
Abbildung eines Briefes vom 03.11.2010 von der MZZ aus Halle an die Stadt Zörbig.
Der Aufkleber mit der Angabe des Empfängers (Stadt Zörbig) stammt aus der ersten Reihe des ersten Prelabelbogens für die Stadt Zörbig.


Die MZZ verwendet für die Prelabelbögen nummerierte Etikettenbögen „Super Print“ der Firma „HERMA“. Die dafür Gründe waren laut MZZ, dass ein vorhandenes Standard-Label und die Maße unproblematisch verwendet werden konnten und keine Sonderproduktion erfolgen musste. Zudem sind die Etikettenbögen für Hochleistungslaserdrucker gut geeignet, schaffen einen guten Qualitätsdruck, sind leicht ablösbar, haben einen guten Preis und stammen nicht zuletzt aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

Bei dem seit November 2009 verwendeten Standard-Prelabellayout wird die Geschäftspartner-nummer über dem Barcode angedruckt. Es dient als zusätzliche Sicherheit, eine Sendung eineindeutig zuordnen zu können. Das Layout der Standard-Prelabel weißt damit gegenüber dem Betatest-Prelabel einige Veränderungen auf.

Das Standard-Prelabellayout wurde aufgrund der Praxiserfahrungen im August 2010 nochmals angepasst, da die Adressdaten vieler Kunden länger waren als Platz auf dem Etikett war. Mit der Umstellung wurde die Schriftart auf eine noch lesbare Größe verkleinert, wodurch mehr Felder angedruckt werden konnten.

Das Andrucken der Adressdaten wurde laut MZZ von den Einspeisern (den Geschäftskunden) als sehr angenehm empfunden, weil sie dadurch auf eine zusätzliche Absenderangabe per Stempel verzichten können.

Im Absenderfeld kann die von der MZZ verwendete Software „CodX“ aus der Geschäftspartnernummer den Vertragskunden erkennen. Zudem können Adressdaten und eine Firmenbezeichnung des Vertragspartners mit einem wählbaren Text angegeben werden. Die Adressangaben im Prelabel entsprechen den Stammdaten des Geschäftspartners und sind dessen offizielle Firmierungsbezeichnung. Die Vertragskunden haben die Wahl, ob ihre Adresse angedruckt wird oder nicht.

Das Barcodefeld besteht aus dem Barcodestreifen und den Barcodeziffern mit dem UPOC der MZZ (Nr. (0)10074). Einzig anhand des UPOC ist das Prelabel der MZZ zuordenbar.

Dieser Grundaufbau bestand auf annähernd allen dem Autor bekannten Prelabel.

Zwischen den Prelabel von 2009 und 2010 gibt es aber einige Veränderungen. Ab 2010 besteht der Firmencode aus 13 statt aus 11 Ziffern. Der 2009 über dem Firmennamen befindliche Firmencode befindet sich 2010 in kleinerer Schriftform darunter.


Varianten/Typen:

Die bekannten Varianten bzw. Typ veranschaulicht nachfolgende Gegenüberstellung:

MZZ-Prelabel-image031-Varianten




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Undatiertes Infoblatt der MZZ, welches jeder teilnehmender Geschäftskunde bei einer Prelabelbestellung erhält. Es enthält eine kurze Erläuterung zur Verwendung der Prelabel. (Stand: 29.07.2010)

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Kopfbereich eines Prelabelbogen der MZZ. Die erste Zeile enthält vier Adressetiketten des Geschäftskunden der MZZ. Diese dienen den Mitarbeitern der MZZ zum Etikettieren der Prelabelsendung. Wenn ein Kunde zwei Bögen bestellt, befinden sich auf dem zweiten Bogen nur Prelabel und keine Adressetiketten.

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Die Rückseite eines Prelabelbogen der MZZ lässt erkennen, dass im Juli 2010 die Prelabelbögen auf nummerierten Etikettenbögen „Super Print“ der Firma „HERMA“ verwendet werden.

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Vollständiger Prelabelbogen (Vorder- und Rückseite) Der erste Bogen besteht aus 4 Marken waagerecht und 10 Marken senkrecht, insgesamt 40 Marken. Die weiteren Bögen würden aus 11 Marken senkrecht bestehen, somit insgesamt für alle nachfolgenden Bögen 44 Marken je Bogen.



Ähnliche Verwendungsformen anderer privater Briefdienste:

Ein solches System wird bei der biber post aus Magdeburg bereits seit 03.11.2008 mit dort sogenannten „Sendungsetiketten“ angewandt und wurde seither von vielen Firmen angenommen.
Hierzu wurden detaillierte Ausarbeitungen durch Heiko Beyer aus Niederndodeleben erstellt, die insbesondere eine Katalogisierung der „Sendungsetiketten“ beinhalten.

Ebenso wird vom REGIO Print-Vertrieb GmbH (RPV) mindestens seit 2009 das System der „Sendungsetiketten“ analog dem der biber post verwendet. Interessanterweise werden dort Formulare verwendet, die denen der biber post in Form und Aufbau sehr ähnlich sind. Ein Grund kann die enge Zusammenarbeit beider Briefdienste über den P2-Verbund sein. In diesem Rahmen kann RPV Cottbus von der biber post die Erlaubnis erhalten zu haben, die Formulare zu übernehmen.
(siehe: http://www.rpv-cottbus.de/images/stories/download/faxbestellung_prelabeling.pdf)
Ein Beleg mit einer solchen Sendungsetikette ist dem Autor jedoch bisher noch nicht bekannt.

MZZ-Prelabel-image035-HinweisRPV
Erläuterungen zur Verwendung der Sendungsetiketten von RPV Cottbus, die auf die Verwendung der Prelabel der MZZ, bis auf die Anweisung es links anzubringen, analog angewendet werden können.




Katalogisierung:

Bekannte Belege mit Prelabel der MZZ:

1.Prelabel 48,3x25,4 mm
(1) Betatest-Prelabel mit Absenderangabe (1 Zeile) ab Seite 17
(2) Standard-Prelabel mit Absenderangabe (3 Zeilen) ab Seite 17
(3) Standard-Prelabel mit Absenderangabe (4 Zeilen) ab Seite 28
(4) Prelabel ohne Absenderangabe (4 Zeilen) ab Seite 58
2.Prelabelumschläge 6,5x4,5 mm [Anzahl, gesamt: 1]
(1) mit Absenderangabe (4 Zeilen) [1] ab Seite 59


(Einzelne Ausführungen siehe Anlage: Prelabel des MZZ-Briefdienst 2011-04web



Legende:
EB – Erstbeleg
LB – Letztbeleg

Quellen
(BB) – Benny Berger, Sandersdorf-Brehna, OT Beyersdorf
(CH) – Clemens Hardelt, Zörbig, OT Stumsdorf
(HB) – Heiko Beyer, Niederdodeleben
(HP) – Heinz Pohl, Brandenburg
(KPS) – Klaus-Peter Schmidt, Staßfurt
(MH) – Manfred Hopf, Zörbig
(PH) – Peter Hansen, Sassenburg
(RG) – Rolf Grube, Naumburg
(PG) – Peter Garcarek, Naumburg
(UK) – Uwe Kraus, Halberstadt
(RM) – Reiner Mey, Görlitz
(WS) – Wolfgang Schiller, Bitterfeld




Dank.
Vielen Dank an die einzelnen o.g. sowie auch an die vielen ungenannten Personen für die Mitteilungen und zur Verfügung gestellten Abbildungen über bisher bekannt gewordene Prelabel der MZZ ebenso an die Firmen, welche bereitwillig die Katalogisierung unterstützen.
Viele Angaben zum Prelabel-System konnten durch freundliche Mitteilungen und Hinweise der MZZ-Briefdienst GmbH aufgenommen werden. Ihrem Geschäftsführer, Herr Krischok und seinen Mitarbeiter, namentlich Herrn Acs und Herrn Haase, sei für ihre Unterstützung daher mein Dank ausgesprochen.



Kontakt:
Benny Berger
Schulplatz 9, OT Beyersdorf, 06794 Sandersdorf-Brehna
Mobil: 0176/23845023
e-Mail: berger_benny@web.de

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